Auf der Straße
Es vergeht eigentlich für viele Menschen keine Fahrt mit dem Auto, ohne dass sie sich über irgendetwas ärgern müssen. Schon, wenn sie in ihre Fahrzeuge steigen, machen sie sich Gedanken darüber, wo denn heute ein Stau sei, und welche unfähigen Autofahrer sie wieder treffen werden. Kaum sind sie aus der Garage heraus gefahren, ist es auch schon so weit. Sie biegen rückwärts in die Hauptstraße ein und sehen nicht ein, wieso sie warten sollten, bis der fließende Verkehr eine Lücke lässt. Schließlich haben diese Leute auch eine Bremse und können gefälligst warten, bis man sich im Verkehr eingeordnet hat. An der nächsten Kreuzung schimpft man über den Vordermann, der nicht noch schnell bei Gelb über die Ampel huscht, und so den Verkehr, und vor allem einen selbst, aufhält.
Wo nicht überholt werden kann, wird gehupt, sich vorgedrängelt und entrüstet die Lichthupe getätigt. Natürlich sind immer alle anderen schuld; man selbst fährt ja vorbildlich. Total erschöpft kommt man am Ziel, dem Supermarkt, wo man einkaufen möchte an, und, wie könnte es anders sein, der letzte Parkplatz, der frei ist, ist ein Behindertenparkplatz. Da stellt man sich selbstverständlich hin, weil: Schuld haben die, die sich nicht an die Begrenzungsmarkierungen halten und somit sinnlos die Parkplätze verstellen. Man braucht sich nicht wundern, wenn Menschen so rücksichtslos im Straßenverkehr sind, dass die Versicherungen alle Jahre die Policen erhöhen, weil sie immer mehr Schäden zu regulieren haben.
Würden wirklich alle Fahrer so fahren, wie hier im Vorfeld beschrieben, wäre die Situation auf den Straßen noch schlimmer, als sie ohnehin ist. Jeder hat Eile, die Hektik fährt in jedem zweiten Auto mit. So ist es ein einziges Drängeln und Schimpfen, der Stress beim Autofahren ist grenzenlos. Sicherlich, manchmal könnte einem sprichwörtlich der Hut hochgehen, wenn jemand auf einer Bundesstraße mit 60 Kilometern pro Stunde beinahe schläft, statt zügig zu fahren. Diese Fahrer sind auch oft ein Anlass für Überholen an unübersichtlichen Stellen, und somit der eigentliche Verursacher mancher Unfälle.
Würde jeder pünktlich und früh genug von zuhause wegfahren, und somit ausreichend Zeit haben, sein Ziel zu erreichen, wäre das manchmal wirklich rücksichtslose Verhalten bei weitem nicht so schlimm. Einem LKW die Vorfahrt zu nehmen, sodass dieser voll beladen eine Bremsung machen muss, kann sehr gefährlich sein. Man muss nicht zehn Meter vor dessen Kühler noch in die Straße einbiegen, auf der er fährt, nur weil man immer der erste sein muss. Gegenseitige Rücksicht und ein gemeinsames, verantwortungsvolles Fahren wäre viel besser, aber leider nur ein Wunschtraum.
