Marder: Kleines Raubtier, große Wirkung

Das Kleinraubtier Marder ist wohl Jedermann ein Begriff. Der Marder zerstört Autos ebenso gerne, wie er es sich auf dem Dachboden oder in Zwischendecken gemütlich macht. Für die Betroffenen sind große Schäden am eigenen Wagen oder schlaflose Nächte, durch das rastlose Umherrennen der Marder die größte Belastung. Aber auch für Hühnerbesitzer ist der Marder ein natürlicher Feind.

Insbesondere im eigenen Auto hat sicher ein Großteil der Menschen schon einmal die Erfahrung mit dem Marder gemacht. Man geht davon aus, dass die Marder sich durch die abgestrahlte Wärme des gerade abgestellten Autos angezogen fühlen. Bei alten Kabeln wurde oft Fischmehl zur Herstellung verwendet, welches die Marder besonders anzog. Doch mittlerweile hat sich die Meinung hierbei geändert. Heute sieht man es so, dass die Marder ein bestimmtes Revier mit eigenen Duftmarken versehen, etwa das Auto. Das Ganze ist nicht weiter tragisch, erst wenn ein zweiter Marder dieses Revier für sich entdeckt und seine eigenen Duftmarken absetzt, kommt es zu teils erheblichen Problemen. Denn dann entbrennt ein Kampf zwischen den beiden Rivalen, die Folgen sind angenagte Dämmmatten, durchgebissene Zündkabel, Kühlschläuche, die tropfen und vieles mehr.

Neben dem Auto bietet aber auch das Haus eine gewisse Anziehungskraft für Marder. Der Dachstuhl, in dem ein kleines Loch vorhanden ist, bietet den idealen Wohnort für den Marder. Erkennen kann man das durch einen typischen Geruch, der vom Marder ausgeht, durch zerfetzte Wärmedämmungen und die Hinterlassenschaften von Kot und den Überresten der erbeuteten Tiere wie Ratten und ähnlichem.  Außerdem kann der Marder in der Paarungszeit eine erhebliche Lärmbelästigung mit sich bringen, die jeden Menschen um den Schlaf bringt.

Es gibt nun verschiedene Möglichkeiten, gegen die Marder vorzugehen. Beispielsweise kann man Marder mit Fallen fangen. Hierbei sollte der örtliche Förster eingeschaltet werden. Denn zum Einen darf der Marder nicht getötet werden, da er unter Artenschutz steht. Zum Anderen fängt man mit den Fallen oftmals Kleintiere, wie Katzen und ähnliches, aber nur selten einen Marder. Ebenfalls sind viele Fallen so aufgebaut, dass sie auch eine nicht unerhebliche Gefahr für Kleinkinder darstellen. Dies sollte man nie außer Acht lassen. Auch kann die falsche Falle Briefe vom Rechtsanwalt fördern, denn Tierschützer sehen Fallen nur sehr ungerne.

Hausmittel gegen Marder sind ebenfalls bekannt. So sollen Hundehaare helfen oder auch Mottenkugeln. Beides wird an den Stellen ausgelegt, die die Marder befallen haben und von denen sie vertrieben werden sollen. Doch ein wissenschaftlicher Nachweis über die Wirksamkeit fehlt. Die meisten Anwender dieser Methoden berichten zudem, dass sie nur für wenige Wochen oder Monate helfen. Danach kehrt der Marder wieder zurück, denn ein einmal erobertes Revier wird das Tier so schnell nicht aufgeben.

Beim Schutz des Autos vor dem Marder gilt eine Grundregel: Alle Duftmarken müssen entfernt werden. Das Auto selbst sollte einer vollständigen Wäsche unterzogen werden, ebenso einer Motorwäsche. Danach müssen die Kabel überprüft werden, durch die feinen Zähne der Marder sind Schäden nicht sofort zu erkennen, sondern äußern sich häufig erst bei extremen Belastungen. Weiterhin muss der Standplatz des Autos von allen Duftmarken befreit werden, indem man ihn gründlich reinigt. Erst wenn sämtliche Duftmarken entfernt wurden, können weitere Maßnahmen greifen. Bei bis zu 90 Prozent der Fälle soll eine Ultraschallanlage helfen, die in den Motor eingebaut wird. Diese sondert einen Ton ab, der für den Menschen nicht hörbar, für den Marder jedoch sehr unangenehm ist. Diese Variante zur Vertreibung der Marder ist besonders umweltschonend und weist auch keine Gefahren für andere Tiere oder Kinder auf.

Im Dachboden kann diese Ultraschallanlage ebenfalls eingesetzt werden. Hier ist darauf zu achten, dass der Schall sich gut im jeweiligen Raum ausbreiten kann. Außerdem sollten sämtliche Schlupflöcher, durch die der Marder auf den Dachboden gelangen kann, verschlossen werden. Der Boden ist mit einem scharfen Reiniger zu behandeln, um auch hier die Duftstoffe zu entfernen, die der Marder hinterlassen hat.